Online Shops für Stoffe: Chance oder Risiko?

Als eingefleischter Handarbeiter hat man einen gewissen Bezug zur körperlichen Arbeit. Wohingegen der klassische Bürohengst lieber vor dem Rechner sitzt und komplizierte theoretische Daten weiterverarbeitet oder mit Kunden über neue Angebotsmodelle spricht, also geistig arbeitet und sein Tun mit dem Gehirn wahrnimmt, macht es der Handarbeiter eigentlich genau andersherum. Der Handarbeiter nimmt seine Arbeit mit den Händen war. Er strickt oder häkelt und schafft so kreativ etwas Neues, dass man anfassen kann. Der Bürohengst sieht das Resultat seiner Arbeit oft in Form von auf Papier gedruckten Listen, die äußerlich eher weniger hergeben. Aus diesem Grund greifen viele Menschen in ihrer Freizeit, oder in vielen Fällen auch hauptberuflich, auf körperliche Arbeit zurück, da das Ergebnis der durchgeführten Arbeit immer konkret sichtbar ist und man in einem Blick sehen kann, was man alles geschafft hat. Dieser Motivationsschub, der bei geistigen Arbeiten oft fehlt, ist auch der Grund, warum das Handarbeiten in der Freizeit eine so beliebte Beschäftigung ist.

Eine Frau an der Nähmaschine bei der Handarbeit

Die Hand als Sinnesorgan für die Handarbeit

So sehr man in diesem Beschäftigungsfeld auch mit den Händen arbeitet, so wichtig ist es natürlich auch, die Materialien, die hierfür verwendet werden sollen, zuvor zu überprüfen und nach den optimalen Kriterien auszuwählen, um sie möglichst gut weiterverarbeiten zu können. Aus diesem Grund überprüfen viele Leute vorher im Geschäft die äußere Beschaffenheit des jeweiligen Stoffes, um sicher zu sein, dass sich dieser perfekt zum Verarbeiten eignet. Aus diesem Grund erscheint es oftmals paradox, dass es Stoffanbieter gibt, die im Internet einen Shop betreiben, in welchem man Stoffe online kaufen kann.

Auch theoretisches Wissen über die jeweiligen Stoffe ist wichtig

Betrachtet man diese Fragestellung nach Sinn und Unsinn von Internet-Stoffhändlern, so mag das Argument, dass man die jeweiligen Materialien erst einmal in der Hand gehabt haben muss, um die Qualität zu prüfen und zu erkennen, relativ gut nachvollziehbar sein. Jedoch sollte man ebenfalls bedenken, dass die Optik wie auch das Handgefühl durchaus täuschen kann. Allein schon aus diesem Grund ist es von enormer Wichtigkeit, dass man sich mit theoretischem Wissen über die Eigenschaften von unterschiedlichen Stoffen eindeckt. Außerdem hat dies den weiteren Vorteil, dass man sich in diesem Fall auch online nach Stoffen umsehen kann. Ebenso hat man im Internet die Möglichkeit, sich theoretisch global nach Stoffhändlern umsehen zu können. Wenn man also Zugriff auf viele unterschiedliche Händler hat, so hat man gleichzeitig also auch die Möglichkeit, sich nach den günstigeren Angeboten umzusehen, auch wenn sie nicht in unmittelbarer Nähe liegen und man nicht mit den Händen die Qualität prüfen kann. So praktisch orientiert die Handarbeit auch ist, ein theoretisches Wissen ist ebenfalls unabdingbar, damit auch in jedem Fall gewährleistet ist, dass das gewünschte Resultat auch so optimal wie möglich ausfallen. Hierdurch hat man auch den Vorteil, dass man, nach getaner Arbeit, viel mehr Freude an dem jeweiligen textilen Endprodukt hat, weil man sowohl praktisch seine Fähigkeiten einsetzen konnte und das Resultat unmittelbar vor Augen hat, als auch die theoretischen Überlegungen, dass der Stoff so günstig wie möglich eingekauft wurde und die prinzipiellen Eigenschaften des Stoffes zusammen mit seinen Eigenarten theoretisch durchdrungen wurde und somit man das Gebilde auch optimal pflegen kann, sodass man lange Freude daran haben kann.

Handarbeit: verschiedene Verfahrenstechniken

Der Begriff Handarbeit klingt zunächst relativ simpel. Man schnappt sich ein Stück Stoff und bearbeitet es mit einer Nadel, um ein textiles Endprodukt zu erstellen. Dies kann von einer Tasche bis hin zu einem Kleidungsstück theoretisch alles Mögliche sein. Was viele Menschen jedoch nicht erkennen, ist die Tatsache, dass es sehr viele verschiedene Möglichkeiten gibt, dieses textile Endprodukt letztendlich herzustellen. Dies ist auch einer der Gründe, warum das Handarbeiten mit so viel Kreativität verbunden ist. Ebenfalls sollte man beachten, dass das gewünschte Zielprodukt, in Abhängigkeit der zuvor verwendeten Verarbeitungsmethode, auch unterschiedliche Eigenschaften aufweisen kann. Eine Methodik, die beispielsweise bei der Verarbeitung von Garnen engere Schlaufen produziert, hat am Ende eine größere Stabilität als eine Methodik, die mit eher lockeren Schlaufen arbeitet, welche als Ergebnis wiederum einen elastischeren Aufbau des verarbeiteten Textils vorweisen kann. Es gilt also beim Handarbeiten besonders, darauf zu achten, dass man das Bearbeitungsverfahren so wählt, dass die Struktur des späteren Zielproduktes genau den Erfordernissen angepasst ist. Aus diesem Grund ist es also sinnvoll, sich die häufigsten Verfahren beim Handarbeiten einmal genauer anzusehen. Dies soll im Folgenden mit zwei der häufigsten Verfahren geschehen.

Das Sticken

Das so genannte Sticken ist eine Technik, bei der ein textiles Material durch Aufnähen eines anderen Fadens dekoriert wird. Dies erfolgt mittels Durchdringens des Stoffes. Das Ergebnis bei dieser Verfahrenstechnik können Bilder oder Muster sein, die auf dem Stoff entstehen und ihn so enorm verschönern. Beispielsweise kann es sich hier um Kissen handeln, die ein Stickmuster, wie beispielsweise Blumen, auf der Oberfläche enthalten und sich so von strikt einfarbigen Textilien abheben. Ein anderer Begriff für das Sticken, der häufig in Fachkreisen verwendet wird, ist im Übrigen die Bezeichnung Durchbrucharbeit.

Das Stopfen

Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen recht gängigen Begriff, der prinzipiell auf der Reparatur von beschädigtem Textilgewebe beruht. Viele von uns sollten das typische Bild der Großmutter kennen, die Socken mit Löchern stopft. Doch wie funktioniert dieses Verfahren genau? Zunächst wird der beschädigte Stoff über eine Oberfläche gespannt, um das Bearbeiten des Selbigen zu erleichtern. Man spricht hier von einem so genannten Stopfei oder auch Stopfpilz. Hat man den Stoff nun gespannt, gilt es, das Loch mit einem farblich ähnlichen Faden zu vernähen. Dabei wird mit einer speziellen Stopfnadel das beschädigte Material durchstochen und in mehreren Stichen immer mehr zusammengezogen, bis das Loch letztendlich „gestopft“ ist, wie man immer so schön sagt. Zum Abschluss wird der Faden entsprechend vernäht, damit sich der Faden auch nicht wieder lösen kann. Eine hier ähnliche Verfahrensweise, anstatt dem Zunähen von Löchern im Material, ist, bei größeren Löchern, das Anbringen von größeren, externen Stoffflächen, die dieses Loch letztendlich überdecken. Diese größeren Überdeckungsstoffe werden auch als so genannte Flicken bezeichnet. Aus diesem Grund wird dieses Verfahren dementsprechend auch Flicken genannt.

Nachdem nun zwei der häufigsten Verfahrensweisen en Detail erklärt wurden, sollten sich insbesondere Laien wesentlich leichter tun, Stoffe und Materialien für diese Verfahrensweisen auszuwählen. Denn nur wenn man die grundsätzlichen Arbeitstechniken in der Theorie kennt, ist man auch dazu in der Lage, diese praktisch mit einem möglichst guten Ergebnis umzusetzen.